Recht auf Gesundheit

Jedes Kind hat das Recht, die Informationen, Hilfe und Versorgung zu erhalten, die es braucht, um gesund zu bleiben oder gesund zu werden.

  • Ernährung
    • Unterernährung: unzureichende Verfügbarkeit von Nahrung und Kalorien
    • Mangelernährung: Mangel an bestimmten Nährstoffen durch einseitige Ernährung
      • Beispiel: Vitamin A – Mangel bei einer auf Kohlenhydraten basierten Ernährung
    • Übergewicht
  • Umweltbedingungen
    • Kein Zugang zu sauberem Wasser (Wasserquelle ist zu weit weg oder verseucht)
    • Verschmutzte Luft oder Böden (z. B. durch Abgase oder Chemikalien)
    • Klimawandel führt zu Ernteausfällen und dementsprechend zu Hungersnöten
  • Mangelhafte Gesundheitsinfrastruktur und fehlender Zugang zu medizinischer Grundversorgung und / oder Medikamenten
    • Beispiel: zu große Entfernung zum nächsten Krankenhaus
    • Beispiel: zu hohe Kosten für Medikamente
    • Beispiel: keine soziale Absicherung / Krankenversicherung
    • Fatale Folgen und hohe Säuglings- und Kindersterblichkeit vor allem durch fehlende Betreuung vor, während oder nach der Geburt
  • Physische, psychische, sexuelle oder häusliche Gewalt (Krieg, Schläge, sexueller Missbrauch, Mobbing)
  • Gefährliche, ausbeuterische Kinderarbeit
  • Religiöse Praktiken und kulturelle Traditionen
    • Genitalverstümmelung
    • Jungfräulichkeitstests
  • Herkunft und soziale Ungleichheiten
    • Vermögen und Bildungsstand der Familie sowie Gesundheitszustand der Mutter beeinflussen die Gesundheit der Kinder
    • Kinder aus ländlichen Gegenden sterben häufiger als Kinder in städtischen Gebieten
  • Fehlende Vorsorge und / oder Sensibilisierungskampagnen
    • Impfungen
    • HIV und Verhütungsmittel
    • Drogenkonsum
    • Wissen über Hygienemaßnahmen
  • Kinder sterben an Krankheiten, die mit einfachen medizinischen Mitteln und Eingriffen behandelt werden könnten (z. B. Lungenentzündungen oder Durchfall)
  • Wachstumsverzögerungen in der Kindheit und langfristige gesundheitliche Schäden, die die Lebensqualität und -erwartungen der Kinder senken
  • Geringe Chancen auf Bildung (gesundheitlich schwache Kinder besuchen seltener die Schule) und auf ein selbstbestimmtes Leben oder den Ausstieg aus der Armut
  • Fatale Auswirkungen auf die Gemeinschaft und das langfristige Gemeinwohl
  • Aufbau eines funktionierenden, flächendeckenden, qualitativ hochwertigen Gesundheitssystems, das für alle zugänglich ist
    • Zugang zu den wichtigsten Arzneimitteln, zu sauberem Trinkwasser und zu sanitären Anlagen
    • Ausbildung von medizinischem Personal
    • Investitionen in ländliche Gebiete
    • Impfungen für alle Kinder
  • Familien stärken, damit sie ihre Kinder gut versorgen können (z. B. durch Bildung oder Einkommenssicherheit der Eltern)
  • Ernährungssicherheit durch den Zugang zu Grundnahrungsmitteln für alle sicherstellen
  • Aufklärung, Sensibilisierung und Reglementierung
    • Beispiel: über gesunde Ernährung, Hygienemaßnahmen, Verhütungsmittel und HIV / Aids, …
    • Beispiel: über Konsequenzen schädlicher soziokultureller Traditionen (z. B. Genitalverstümmelung) und Kinderarbeit
    • Beispiel: Regelung zur Bekämpfung von Alkohol- und Drogenmissbrauch, Förderung bzw. Einschränkung gesunder und ungesunder Lebensmittel (z. B. kostenloses Obst in Schulen, Steuer auf Zucker oder Fett)
  • Strengere Kontrolle der Einhaltung von Gesetzen und Strafen bei Missachtung (z. B. gefährliche Kinderarbeit)
  • Umweltschutzmaßnahmen
    • Sensibilisierung

Kinderrechtskonvention

Artikel 24: Gesundheitsvorsoge

Zur KRK (Quelle: OKaJu)

Agenda 2030

u.a. SDG 3: Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern

Zur Agenda 2030 (Quelle:UN)

Aktuelle Situation

  • Im Jahr 2021 waren 22 % der Kinder unter 5 Jahren unterentwickelt (chronisch unterernährt; zu klein für ihr Alter) (UN SDG Report, 2021).
  • Im Jahr 2021 litten 6,7 % der Kinder unter 5 Jahren an Auszehrung (lebensbedrohliche Form der Unterernährung; geringes Gewicht im Verhältnis zur Körpergröße) (UN SDG Report, 2021).
  • Aufgrund der Verschlechterung des Wohlstands der Haushalte und der durch die COVID-19-Pandemie verursachten Störungen bei der Verfügbarkeit und Erschwinglichkeit nahrhafter Lebensmittel und grundlegender Ernährungsdienstleistungen litten im Jahr 2020 möglicherweise rund 15 % mehr Kinder als geschätzt an Auszehrung (UN SDG Report, 2021).
  • Im Jahr 2020 waren 5,7 % der Kinder unter 5 Jahren übergewichtig (UN SDG Report, 2021).
  • Die weltweite Sterblichkeitsrate bei Kindern unter 5 Jahren hat sich von 2000 bis 2019 halbiert: Sie sank von 76 auf 38 Todesfälle pro 1’000 Lebendgeburten (UN SDG Report, 2021).
  • Im gleichen Zeitraum (2000-2019) sank die weltweite Neugeborenensterblichkeit (Tod in den ersten 28 Lebenstagen) von 30 auf 17 Todesfälle pro 1’000 Lebendgeburten (UN SDG Report, 2021).
  • Im Jahr 2019 starben immer noch 5,2 Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag, davon 2,4 Millionen im ersten Lebensmonat (UN SDG Report, 2021).

Weitere Literatur

Recht auf Gesundheit

Medien

  • Beispill